Wie Hunde miteinander spielen
Hunde nutzen spezifische Signale wie die Spielverbeugung und Mimik, um Spiel von Aggression zu unterscheiden. Rasse, Alter und Gemütszustand prägen das Ergebnis.
Hunde signalisieren Spiel durch spezifisches Verhalten wie die Spielverbeugung, offene Münder und Gesichtsmimik, um scheinbare Aggression von echtem Kampf zu unterscheiden. Dieses System ermöglicht es ihnen, rau zu spielen, ohne sich zu verletzen, vorausgesetzt, der Kontext wird korrekt aufrechterhalten.
Signale definieren den Kontext
Spiel zwischen Hunden ahmt oft aggressive Begegnungen nach, mit Beißen, Knurren und Schnappen, aber die Absicht ist völlig anders. Um zu verhindern, dass diese Aktionen in echte Konflikte eskalieren, nutzen Hunde eine Reihe von Signalen, darunter die Spielverbeugung, das Gesichtspusten und ein offenes Spielgesicht, um den anderen Hund zum Verfolgen einzuladen. Diese Signale werden während der gesamten Sitzung wiederholt, um den Kontext aufrechtzuerhalten, dass diese Aktionen nicht feindselig sind.
Die Gesichtsmimik spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Dies ist eine automatische Reaktion, bei der ein Hund unwillkürlich das Gesicht eines anderen Hundes in weniger als einer Sekunde nachahmt. Studien zeigen, dass Spielsitzungen länger dauern, wenn diese Mimik-Signale ausgetauscht werden, was auf einen Zusammenhang mit Empathie und emotionaler Ansteckung hindeutet.
Alter und Lernen formen das Spiel
Spiel besteht hauptsächlich aus simulierten Kämpfen, einem Verhalten, das bei Welpen am häufigsten ist und als Training für wichtige erwachsene Verhaltensweisen dient. Während frühe Sozialisierungsmethoden wie Welpenkurse das erwachsene Verhalten positiv beeinflussen, ist die Symmetrie des Spiels nicht immer gleich. Welpen, die häufiger dominante Verhaltensweisen zeigen, wie Verfolgen oder das Niederdrücken von Partnern, initiieren das Spiel häufiger, wenn sie erwachsen werden.
Dies deutet darauf hin, dass das Gewinnen während des Spiels mit zunehmendem Alter der Welpen immer wichtiger wird. Welpen lernen zudem früh, ältere Hunde zu respektieren, eine Dynamik, die bis ins Erwachsenenalter anhält. Wenn erwachsene Hunde sich jedoch zum ersten Mal treffen, fehlen ihnen diese Erwartungen, und sie sind zunächst ängstlich und wachsam, bis sie die Reaktionen des anderen vorhersagen können.
Größe ist weniger wichtig, als du denkst
Haushunde scheinen wenig auf die relative Größe zu achten, trotz der massiven Gewichtsunterschiede zwischen den Rassen. Studien zeigen, dass die Größe kein Prädiktor für den Ausgang von Begegnungen zwischen Hunden ist, die beim Training aufeinandertreffen, noch ist sie mit kastrierten männlichen Hunden korreliert. Stattdessen spielen Unterschiede in der Motivation und der wahrgenommenen Motivation eine viel größere Rolle, wie Hunde miteinander interagieren.
Spiel mit Menschen ist anders
Die Motivation eines Hundes, mit einem anderen Hund zu spielen, unterscheidet sich erheblich vom Spielen mit einem Menschen. Forschungsergebnisse zeigen, dass Hunde in Haushalten mit mehreren Hunden nur geringfügig häufiger mit ihren Besitzern spielen als in Haushalten mit einem einzigen Hund. Dies deutet darauf hin, dass der Drang, mit anderen Hunden zu spielen, den Drang, mit Menschen zu spielen, nicht ersetzt. Zudem beeinflusst das Gewinnen oder Verlieren von Spielen wie Tauziehen nicht die dominante Beziehung eines Hundes zu seinem Besitzer; vielmehr zeigt der Spielstil das Temperament.
Hunde, die rau spielen, sind oft anpassungsfähiger und zeigen weniger Trennungsangst, während diejenigen, die Tauziehen oder Apportieren spielen, selbstbewusster sind. Umgekehrt sind Hunde, die die meisten Spiele beginnen, oft weniger anpassungsfähig und eher aggressiv. Die physiologische Wirkung des Spiels variiert ebenfalls: Cortisolspiegel können ansteigen, wenn das Spiel Kontrolle oder Autorität beinhaltet, aber während liebevoller Bindung abnehmen.
Persönlichkeit und Genetik beeinflussen den Stil
Der Ansatz eines Hundes zum Spiel wird durch eine Mischung aus Genetik und Umwelt beeinflusst. Während körperliche Merkmale zu etwa 80 % genetisch bedingt sind, erklärt die Rasse allein nur etwa 9 % der individuellen Persönlichkeitsunterschiede, wobei der gesamte genetische Einfluss auf Persönlichkeitsmerkmale auf etwa 25 % geschätzt wird. Die verbleibenden Faktoren werden durch die Umwelt bestimmt.
Spezifische Persönlichkeitsmerkmale wie Spieltrieb, Sozialität und Reaktivität können durch Fragebögen und Verhaltenstests identifiziert werden. Diese Merkmale bestimmen, wie ein Hund Interaktionen initiiert und wie er auf neue Situationen reagiert, was die Art ihres Spiels sowohl mit Artgenossen als auch mit Menschen prägt.