Warum bekommen Hunde Zoomies?
Hunde erleben frenetische Aktivitätsschübe, die Zoomies genannt werden – plötzliche Energieausbrüche bei Übergängen wie nach dem Spiel oder Baden.
Zoomies sind Frenetische Zufallsaktivitätsperioden (FRAPs), plötzliche Ausbrüche von Hochgeschwindigkeitsrennen, die meist nur wenige Minuten oder weniger dauern. Der genaue biologische Auslöser für diese Episoden ist der Wissenschaft nach wie vor unbekannt, doch sie werden bei vielen Arten als normales, gesundes Verhalten weithin beobachtet.
Die Mechanik eines FRAP
Diese Episoden sind durch einen abrupten Beginn von schneller, scheinbar zufälliger Bewegung definiert, nicht durch ein strukturiertes Spiel. Ein Hund läuft dabei typischerweise mit Höchstgeschwindigkeit, führt schnelle Kurven und Drehungen aus, manchmal in engen Kreisen, und vollführt plötzliche Sprünge oder Stopps. Kurze Lautäußerungen oder Veränderungen der Schwanzhaltung begleiten die körperliche Aktivität oft. Das Verhalten endet genauso schnell, wie es begann, wobei das Tier sich oft unmittelbar nach dem Ausbruch hinlegt oder sich beruhigt.
Wann treten sie auf?
Obwohl die spezifische Ursache nicht vollständig verstanden ist, treten diese Ausbrüche häufig in Übergangsphasen auf. Häufige Kontexte sind unmittelbar nach dem Kotzen oder Urinieren, nach einem Bad oder in der Dämmerung. Sie treten auch während oder nach dem Spiel auf, wenn ein Tier gerade aus der Einschränkung entlassen wurde, oder bei der Rückkehr eines Besitzers. Diese Zusammenhänge sind beobachtend, nicht kausal, was bedeutet, dass das Ereignis das Verhalten auslöst, das Ereignis selbst aber nicht unbedingt die biologische Ursache ist.
Warum passiert das?
Viele Hypothesen versuchen, den Mechanismus hinter diesen Ausbrüchen zu erklären. Eine Theorie besagt, dass FRAPs als schnelle Freisetzung von angesammelter körperlicher Energie nach einer Ruhephase oder Einschränkung dienen. Eine andere Perspektive, unterstützt von der Ethologin Marc Bekoff, interpretiert das Verhalten als emotionalen Ausdruck, der Aufregung, Freude oder einen Zustand positiver Erregung signalisiert. Bei jungen Tieren können diese frenetischen Ausbrüche auch eine ontogenetische Funktion erfüllen, indem sie die Übung von Fortbewegungs- und Raubfähigkeiten als Teil der normalen motorischen Entwicklung ermöglichen.
Ist es sicher?
Obwohl wenig Daten zu den spezifischen Sicherheitsaspekten von FRAPs vorliegen, sind sich Experten allgemein einig, dass Hunde diese frei ausüben dürfen. Die Hauptbedingung ist, dass sich das Tier in einem sicheren Bereich befindet, in dem es sich oder andere nicht verletzen kann. Das Verhalten gilt als normal und gesund für Hunde jeden Alters, von Welpen bis zu Senioren, und ist nicht auf Hunde beschränkt, da auch Kaninchen, Schweine, Frettchen und Elefanten ähnliche frenetische Aktivitäten zeigen.
Was tun während eines Zoomie?
Da das Verhalten von selbst endet und natürlich ist, ist der beste Ansatz, sicherzustellen, dass die Umgebung frei von Gefahren ist. Es besteht kein Bedarf, einzugreifen oder den Hund zu stoppen, es sei denn, er befindet sich in unmittelbarer Gefahr einer Verletzung. Die Episode wird von selbst enden, und der Hund wird sich typischerweise unmittelbar nach dem Verbrauch des Energieausbruchs beruhigen.