American Bobtail

Entdecken Sie die einzigartigen Gene, die Geschichte und das „wilde" Erscheinungsbild des American Bobtail – und warum sein Schwanz anders ist.

Der American Bobtail ist eine robuste, domestizierte Katze mit einem natürlich verkürzten Schwanz, der ein Drittel bis die Hälfte der Länge eines normalen Katzen-Schwanzes hat. Dieses körperliche Merkmal ist das Ergebnis einer dominanten genetischen Mutation, die völlig unabhängig von den rezessiven Mutationen ist, die bei anderen kurzschwänzigen Rassen wie dem Japanischen Bobtail zu finden sind.

Die Genetik des verkürzten Schwanzes

Das definierende Merkmal dieser Rasse ist ein Schwanz, der stummelig ist und oft leicht geknotet oder gekrümmt ist, aber niemals das Ergebnis einer Stummelschweifung ist. Dies wird durch eine spezifische genetische Mutation verursacht, die die Schwanzentwicklung beeinflusst und dominant vererbt wird. Im Gegensatz zum Japanischen Bobtail, der ein rezessives Gen trägt, oder zum Manx, das eine andere dominante Mutation aufweist, ist das Schwanzgen des American Bobtail einzigartig. Die Mutation ist spontan entstanden und wurde nicht durch Kreuzung mit wilden Bobcats erzeugt – eine hartnäckige Legende, die in der Stadtgeschichte keinen Halt hat und nichts mit der tatsächlichen Geschichte der Rasse zu tun hat.

Geschichte und Entwicklung

Die Rasse wurde in den späten 1960er Jahren entwickelt, nachdem Yodie, ein kurzschwänziges braunes Tabby-Männchen, entdeckt wurde. Er wurde mit einer Siebenschläfer-Farbe (Seal-Point) Siamesischen Katze verpaart, um die ursprüngliche Blutlinie zu etablieren, die seither um verschiedene Farben und Felltypen erweitert wurde. Die Rasse wurde 1989 erstmals von der International Cat Association (TICA) anerkannt und wird heute von großen Registern wie der Cat Fanciers' Association und der American Cat Fanciers Association für die Meisterschaftsklasse akzeptiert. Während sie in den USA anerkannt ist, variiert ihr Status in anderen Regionen; die World Cat Federation erkennt die Existenz der Rasse an, hat jedoch keinen spezifischen Standard für den Wettbewerb.

Körperliche Erscheinung und Entwicklung

American Bobtails sind eine kräftige, stämmige Rasse, die zwei bis drei Jahre benötigt, um vollständig zu reifen, was langsamer ist als bei vielen anderen domestizierten Katzen. Ihr Körper ist mäßig lang mit kräftiger Knochenstruktur, was eine rechteckige Haltung mit einem breiten Rumpf und Hüften erzeugt, die fast so breit sind wie die Brust. Die Hinterbeine sind länger als die Vorderbeine und enden in großen, runden Pfoten, die Zehenbüschel aufweisen können. Der Kopf ist eine breite Keilform mit einer konkaven Kurve von der Nase zur Stirn, einem breiten, nicht eingeklemmten Maul und markanten Schnurrbartpolstern. Während das Fell jede Farbe haben kann, liegt bei Ausstellungstieren ein starker Fokus auf einem „wilden" Tabby-Aussehen, oft mit geflecktem oder „Ozelot-ähnlichem" Muster. Der Schwanz ist über dem Rücken sichtbar, reicht aber im Ruhezustand nicht über den Fesselgelenk hinaus.

Verhalten und Temperament

Diese Rasse ist bekannt dafür, verspielt, sozial und hochgradig anpassungsfähig an neue Umgebungen zu sein, was sie zu geeigneten Begleitern für Reisende macht. Sie werden häufig als die „hundeähnlichste" der Katzenrassen beschrieben, begrüßen Besucher oft mutig und zeigen keine Angst vor neuen Situationen. American Bobtails lieben Klettern, Springen und Anschleichen, was ihnen den Spitznamen miniaturisierte „Ozelots" in Bezug auf ihre Beweglichkeit eingebracht hat. Sie suchen bereitwillig Zuneigung von Menschen, anderen Katzen und sogar Hunden und bleiben bis ins Erwachsenenalter energiegeladen, wobei sie besonders als Kätzchen besonders lebhaft sind.

Fellvariationen und Farben

Die Rasse kommt in kurz- und langhaarigen Varianten vor, wobei die Felltextur eher struppig als dicht oder flauschig ist. Während die Grundfärbung oft an einen wilden Tabby erinnert, akzeptiert der Rassestandard im Wesentlichen alle Farben und Muster. Dazu gehören Schwarz, Blau, Streifen (Brindle), Braun, Calico, Schokolade, Zimt, Fawn, Lilac, Pied, Rot-Creme, Pfirsich und Orange-Tabby sowie Tortie. Diese Farben können mit oder ohne unterschiedliche Mengen an weißem Fell auf der Brust, am Hals, an den Beinen oder an der Unterseite auftreten. Die Augenfarbe variiert, um die Fellfarbe zu ergänzen, und die Augen selbst sind fast mandelförmig mit tiefen Augenhöhlen.

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