British Longhair
Der British Longhair ist die langhaarige Variante des British Shorthair: gleicher kräftiger Körper, ruhiges Temperament, aber ein besonders weiches, dichtes Fell.
Der British Longhair ist keine eigene Art, sondern eine langhaarige Variante des British Shorthair, die denselben kräftigen Körperbau und das ruhige Temperament teilt, sich jedoch durch ein weiches, dichtes Fell auszeichnet. Ob er als eigenständige Rasse oder als Fellvariante betrachtet wird, hängt vollständig davon ab, welche Katzenregistrierungsstelle man fragt.
Der Unterschied ist administrativer, nicht anatomischer Natur. Die Rasse ist bis auf ihr längeres und dichteres Fell identisch mit dem British Shorthair, doch einige Registrierungsstellen wie die TICA erkennen ihn als eigenständige Rasse an, während andere wie die GCCF ihn als Variante des British Shorthair behandeln. Diese Spaltung in der Klassifizierung führt oft zu Verwirrung, wobei die langhaarige Version in bestimmten Kreisen auch als Highlander oder Highland Straight bekannt ist.
Es ist ein British Shorthair mit anderem Fell
Die grundlegende Struktur des British Longhair ist dieselbe wie die seines kurzhaarigen Cousins: eine große, kräftig aussehende Katze mit breiter Brust, stabilen Beinen und einem deutlich runden Kopf. Der Körper ist muskulös und gut gebaut, gestützt von mittelgroßen bis kurzen Beinen und abgeschlossen mit runden, mittelgroßen bis großen Pfoten. Der Kopf weist volle Wangen auf, besonders ausgeprägt bei ausgewachsenen Männchen, und eine kurze Nase mit einem sanften Profil, das den Eindruck eines kleinen oder nicht sichtbaren Halses erzeugt.
Der einzige physische Unterschied, der für die Identifizierung zählt, ist das Fell selbst. Während der British Shorthair ein weiches, straffes Fell hat, das sich deutlich über den Körper bricht, besitzt der British Longhair ein längeres, dichteres Fell, das dieselbe Textur beibehält. Das Fell kann einfarbig, getigert, tortoiseshell oder zweifarbig sein, und die gleiche Palette an anerkannten Farben gilt, einschließlich des berühmten British Blue sowie Schokolade, Lila, Zimt und Fawn. Die langhaarige Variante hat keinen anderen Körpertyp; es ist einfach dieselbe Katze mit einem längeren Fell.
Regelwerke der Registrierungsstellen bestimmen den Namen
Die Verwirrung um die Identität der Rasse rührt daher, wie verschiedene Organisationen sie klassifizieren. Die International Cat Association (TICA) erkennt den British Longhair als eigenständige Rasse an und gewährt ihm in Wettbewerben einen eigenen Titel. Im Gegensatz dazu erkennt der Governing Council of the Cat Fancy (GCCF) in Großbritannien ihn nicht als eigenständige Rasse an, sondern klassifiziert ihn als langhaarige Variante des British Shorthair.
Diese administrative Spaltung hat historische Wurzeln. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts mischten Züchter Perser, Russisch Blau, Burmesen und Chartreux in die Blutlinien des British Shorthair, um die Rasse vor dem fast vollständigen Aussterben zu bewahren. Die langhaarigen Gene aus diesen Kreuzungen wurden schließlich zur Grundlage für den British Longhair. Zu dieser Zeit wurden alle langhaarigen Katzen in das Zuchtprogramm der Perser eingeordnet, und erst später wurde der langhaarige britische Typ wiederhergestellt und von einigen Registrierungsstellen als eigenständige Einheit anerkannt, während er in anderen weiterhin als Variante gilt.
Gesundheit und Lebenserwartung sind gemeinsame Merkmale
Da der British Longhair genetisch identisch mit dem British Shorthair ist, teilen sie das gleiche Gesundheitsprofil und die gleiche Lebenserwartung. Eine britische Studie, die Veterinärdaten auswertete, ergab eine Lebenserwartung von 9,58 Jahren sowohl für den British Shorthair als auch für den British Longhair, verglichen mit 11,74 Jahren für die gesamte Katzenpopulation. Schwedische Versicherungsdaten setzen die mittlere Lebenserwartung der Rasse bei über 12,5 Jahren, wobei 82 % der Katzen 10 Jahre oder älter werden.
Eigentümer sollten sich der spezifischen genetischen Risiken bewusst sein, die diese Linie betreffen. Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) kann ein Problem darstellen; eine dänische Studie zeigte eine Prävalenz von 20,4 % bei Männchen und 2,1 % bei Weibchen. Die Rasse gilt auch als hochgradig gefährdet für polyzystische Nierenerkrankungen (PKD). Umgekehrt sind British Shorthairs und ihre langhaarigen Varianten weniger als halb so wahrscheinlich, an Diabetes mellitus zu erkranken, verglichen mit nicht-pedigree Katzen, mit einer Diagnosequote von nur 0,24 %.
Das Temperament entspricht dem des British Shorthair
Der British Longhair erbt das relativ ruhige Temperament, das den British Shorthair zu einem häufigen Star in den Medien macht. Sie sind für ihre würdevolle Natur bekannt, oft beschrieben als „schamhaft wegen Unanmut", aber sich schnell mit einem „Cheshire-Katzen-Lächeln" erholend. Diese Rasse ist nicht an ein Leben allein angepasst und bevorzugt ein interaktives Zuhause, obwohl sie im Allgemeinen weniger laut und aktiv sind als Rassen wie der Oriental Longhair.
Sie reifen relativ langsam und erreichen ihre volle körperliche Entwicklung erst mit etwa drei Jahren. Männchen wiegen durchschnittlich 4–8 kg und Weibchen 3–5 kg, was sie zu einer deutlich sexuell dimorphen Rasse macht. Die langhaarige Variante erfordert nicht deutlich mehr Pflege als die kurzhaarige, da das Fell dicht und gerade statt wollig oder flauschig ist, obwohl regelmäßiges Bürsten notwendig ist, um Verfilzungen zu verhindern.
Zusammenfassend ist der British Longhair eine robuste, ruhige und intelligente Katze, die physisch identisch mit dem British Shorthair ist, außer durch ihr längeres Fell. Ob man sie als eigenständige Rasse oder als Variante bezeichnet, hängt von der Registrierungsstelle ab, aber die Katze selbst bleibt ein stabiler, gesunder und beliebter Begleiter, der seit Jahrzehnten den Titel der beliebtesten reinrassigen Rasse in Großbritannien hält.