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Ein Tabby ist keine Rasse, sondern ein Fellmuster, das bei den meisten Hauskatzen vorkommt. Es zeichnet sich durch eine M-förmige Stirnmarkierung und vier genetische Varianten aus.
Ein Tabby ist ein Fellmuster, keine spezifische Rasse, definiert durch eine M-förmige Markierung auf der Stirn und Streifen entlang des Körpers. Dieses Muster kommt bei etwa 60 % der weltweiten Katzenpopulation vor und ist die natürliche Wildtyp-Färbung, die von der afrikanischen Wildkatze vererbt wurde.
Die M-Markierung ist der universelle Erkennungsmerkmal
Jede Tabby-Katze zeigt eine charakteristische M-förmige Markierung auf ihrer Stirn, dazu dunkle Linien, die von den Augen ausgehen, sowie Streifen an den Wangen, den Beinen und dem Schwanz. Diese Markierungen sind nicht zufällig; sie sind eine genetische Erbschaft von der direkten Vorfahrin der Hauskatze, der afrikanischen Wildkatze, die das gleiche Fellmuster aufweist. Der Begriff „Tabby" selbst datiert aus dem 17. Jahrhundert und bezog sich ursprünglich auf gestreiftes Seidentaft aus dem Attabiya-Viertel von Bagdad, bevor er in den 1690er Jahren auf Katzen mit ähnlichen gestreiften Fellen angewendet wurde.
Vier genetisch distincte Muster existieren
Während die M-Markierung konstant ist, fällt das Körpermuster in eine von vier genetisch distincten Kategorien: Mackerel (Fischgräten), Classic (Klassisch), Ticked (Gefleckt) und Spotted (Gefleckt). Das Mackerel-Muster, das häufigste, besteht aus dünnen vertikalen Streifen, die sich entlang der Seiten krümmen und Fischgräten ähneln. Klassische Tabby-Katzen zeigen dicke, wirbelnde Bänder, die auf den Seiten ein Bullseye und auf den Schultern eine Schmetterlingsform bilden; dies ist ein rezessives Merkmal, das bei etwa 80 % der modernen Katzen vorkommt. Ticked-Tabbies zeigen keine sichtbaren Streifen oder Bänder, sondern ein salz-und-pfeffer-artiges Aussehen aufgrund von Agouti-Haaren, wobei jedoch oft Geisterstreifen an den Beinen und am Schwanz verbleiben. Spotted-Tabbies entstehen durch ein Modifikationsgen, das die Mackerel-Streifen in distincte Flecken aufbricht; ein Merkmal, das bei Rassen wie der Bengal und der Savannah zu finden ist.
Orange Katzen folgen anderen genetischen Regeln
Orange, rote oder rötliche Tabby-Katzen sind eine Farbvariante, bei der das Pigment Phäomelanin das typische schwarze Eumelanin ersetzt. Da das Gen für die orange Farbe geschlechtsgebunden ist, sind etwa 75 % der rötlichen Katzen männlich. Weibliche orange Tabby-Katzen sind selten und tragen das Gen meist auf einem X-Chromosom, was oft zu Schildpatt- oder Calico-Mustern führt, wenn sie mit schwarzen Flecken gepaart werden. Diese Katzen zeigen immer ein Tabby-Muster, wobei die Streifen in Creme- oder Blau-Creme-Varianten aufgrund der Pigmentverdünnung jedoch gedämpft erscheinen können.
Das Fell bestimmt nicht den Charakter
Trotz weit verbreiteter Annahmen bestimmt das Tabby-Muster einer Katze nicht ihr Temperament. Eine Studie der University of California, Davis, aus dem Jahr 2015, die über 1.200 Katzenbesitzer analysierte, ergab, dass aggressives Verhalten nur geringfügig zwischen den Fellfarben unterschiedlich war und nicht mit dem Tabby-Muster selbst zusammenhing. Die Studie kam zu dem Schluss, dass geschlechtsgebundene Faktoren der primäre Treiber für Verhaltensunterschiede waren, wobei weibliche Katzen unabhängig von ihrem Fell bei tierärztlichen Besuchen generell als aggressiver eingestuft wurden. Wahrgenommene Persönlichkeitsmerkmale, wie orange Katzen seien „freundlich" oder weiße Katzen „schüchtern", scheinen Bestätigungsfehler in der Interpretation des Verhaltens ihrer Haustiere durch Menschen zu sein.
Bekannte Tabby-Katzen in Geschichte und Medien
Tabby-Katzen sind seit Jahrhunderten prominent in der menschlichen Geschichte und in den Medien. Morris the Cat, eine orange Tabby-Katze, wurde 1969 zum ikonischen Maskottchen für 9Lives Katzenfutter, während Larry, ein ehemaliger streunender Tabby, als Chief Mouser (Katzenvorsteher) des Cabinet Office in der Downing Street 10 diente. Im digitalen Zeitalter hielt Maru, eine japanische Tabby-Katze, den Guinness-Weltrekord für die meistgesehene Tierin auf YouTube. Diese Beispiele unterstreichen die Allgegenwärtigkeit des Tabby-Musters in verschiedenen Kulturen und Rollen, von arbeitenden Nagetierbekämpfern bis hin zu Celebrity-Pets.
Das Tabby-Muster bleibt der Standard für die Hauskatze, ein genetisches Erbe, das moderne Hauskatzen mit ihren wilden Vorfahren verbindet und sicherstellt, dass die M-Markierung das wiedererkennbarste Merkmal in der Katzenwelt ist.