Havanese

Entdecken Sie den Havanese, Kubas Nationalhund: Eine Bichon-ähnliche Spielzeugrasse mit seidigem Fell, 14,5 Jahren Lebenserwartung und einer faszinierenden Geschichte der fast vollständigen Ausrottung

Der Havanese ist ein Bichon-ähnlicher Spielzeughund mit einer Lebenserwartung von 14,5 Jahren, was etwas länger ist als der Durchschnitt bei reinrassigen Hunden. Diese Zahl stammt aus einer britischen Studie von 2024 mit 56 Hunden, doch die Geschichte der Rasse ist geprägt von einem fast vollständigen Zusammenbruch ihres Genpools in der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Größe und körperliche Struktur

Der Havanese ist ein Spielzeughund, der an der Schulter zwischen 8,5 und 11,5 Zoll groß wird, wobei die ideale Höhe zwischen 9 und 10,5 Zoll liegt. Ihr Körper ist etwas länger als er hoch ist, ein Verhältnis, das durch eine einzigartige Rückenlinie aufrechterhalten wird, die sich von der Schulter nur leicht zum Kreuz hin erhebt. Diese Neigung erzeugt einen geraden, aber nicht waagerechten Rücken, der während der Bewegung konstant bleibt. Der Gang ist federnd statt weitreichend, angetrieben durch starken Antrieb der Hinterhand und einen etwas kürzeren Oberarm. Die Schnauze ist voll und verjüngt sich leicht, wobei die Schädellänge der Schnauzenlänge entspricht, wodurch das kurze oder schnäuzige Erscheinungsbild vermieden wird, das man bei anderen Rassen sieht.

Fell und Pflege

Diese Rasse besitzt ein langes, weiches, leichtes Doppelfell, das sich beim Berühren fast kühl anfühlt und Seide ähnelt. Im Gegensatz zu vielen anderen doppelt behaarten Rassen ist das Deckhaar weder grob noch übermäßig dicht, und die Unterwolle ist manchmal vollständig abwesend. Das Haar ist leicht gewellt und wellenförmig und kann entweder natürlich ausgekämmt oder in einem geflochtenen Stil präsentiert werden, der menschliche Locken imitiert. Während moderne Standards alle Fellfarben und Muster akzeptieren, sind Schokoladenhunde eine Ausnahme bezüglich der Pigmentierung, was dunkelbraune Nasen und Augenringe anstelle der erforderlichen schwarzen erlaubt. Der Schwanz wird gebogen nach vorne über den Rücken getragen, mit einer langen Quaste, die auf dem Körper herabhängt, ohne dass der Schwanz selbst je den Rücken berührt.

Gesundheit und genetische Risiken

Während der Havanese eine robuste Lebenserwartung genießt, ist er anfällig für bestimmte medizinische Zustände, die überwacht werden müssen. Luxierende Patellen, Lebererkrankungen, Herzerkrankungen, Katarakte und Netzhautdysplasie sind die primären Gesundheitsbedenken. Ein bemerkenswertes genetisches Risiko ist die Sebaceous Adenitis, eine entzündliche Hauterkrankung. Darüber hinaus fand eine Studie an über 90.000 Hunden am Veterinärmedizinischen Lehrkrankenhaus der University of California-Davis heraus, dass 4,35 % der Havanese einen portosystemischen Shunt aufwiesen, eine Rate, die deutlich höher ist als die 0,35 %, die bei Mischlingshunden beobachtet wird.

Geschichte und der kubanische Bezug

Der Havanese ist der Nationalhund Kubas und stammt vom Blanquito de la Habana ab, einer Rasse, die heute ausgestorben ist. Der Blanquito selbst war ein Nachkomme des Bichón Tenerife, und der moderne Havanese entstand wahrscheinlich durch Kreuzung mit anderen Bichon-Typen, einschließlich des Poodles. Diese Hunde wurden zu treuen Begleitern spanischer Kolonisten und waren bei der Aristokratie hoch angesehen. Das Schicksal der Rasse wandte sich drastisch während der kubanischen Revolution in den 1950er Jahren; das neue Regime betrachtete die Hunde als Eigentum der ehemaligen Elite und strebte deren Ausrottung an. Emigranten, die in die USA flohen, retteten die Rasse, doch bis in die 1970er Jahre bestand der amerikanische Genpool nur noch aus 11 Hunden.

Temperament und moderne Rollen

Heute ist der Havanese eine der am schnellsten wachsenden Rassen beim AKC, wo er von Platz 28 im Jahr 2012 auf Platz 25 im Jahr 2013 aufgestiegen ist. Ihr freundliches und lernbereites Wesen macht sie für verschiedene Rollen jenseits des Hauses geeignet, einschließlich Therapiearbeit, Unterstützung für Hörgeschädigte und Detektionsarbeit für Schimmel und Termiten. Sie sind auch aktive Teilnehmer bei Hundesportarten wie Agility, Flyball und musikalischer Canine Freestyle. In der Show müssen sie unbeschnitten präsentiert werden, wobei nur eine leichte Beschneidung um die Pfoten erlaubt ist; der Schwanz darf niemals kupiert werden, und die Kopfhaare können in kleinen Zöpfen gehalten werden.

Es ist erwähnenswert, dass der Havanese zwar manchmal als „Havana Silk Dog" bezeichnet wird, dies jedoch eine eigenständige Rasse ist, die nach anderen Standards gezüchtet wurde. Der Havanese selbst bleibt ein einzigartiger Bichon-ähnlicher Hund mit einer Geschichte, die von den Kanarischen Inseln über die Höfe Europas bis hin zu einer erfolgreichen Wiederbelebung in den Vereinigten Staaten reicht.

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