Wie Haustiere älteren Menschen helfen

Erfahren Sie, wie Haustiere die Gesundheit älterer Menschen durch niedrigeren Blutdruck und soziale Verbindung verbessern, und welche Risiken wie Stürze und Allergien zu beachten sind.

Begleittiere sorgen bei älteren Menschen für niedrigeren Blutdruck, weniger Stress und mehr soziale Interaktion, bringen aber auch spezifische Risiken wie Stürze und Allergien mit sich. Die Vorteile sind am deutlichsten für diejenigen, die allein leben oder in Pflegeeinrichtungen wohnen, wo das Tier sowohl als Motivator für körperliche Aktivität als auch als Quelle für urteilsfreie emotionale Unterstützung dient.

Körperliche Gesundheit und kardiovaskuläre Ergebnisse

Es gibt messbare Belege dafür, dass Tierbesitz bei älteren Erwachsenen mit besseren kardiovaskulären Markern korreliert. Eine Studie aus dem Jahr 1986 mit 92 Personen, die wegen koronarer Erkrankungen ins Krankenhaus eingeliefert wurden, ergab, dass innerhalb eines Jahres 11 der 29 Patienten ohne Haustiere verstorben waren, verglichen mit nur 3 der 52 Patienten, die Haustiere hatten. Dieser Überlebensvorteil erstreckt sich auf spezifische physiologische Marker; der Besitz eines Haustieres hat sich als wirksam erwiesen, um Triglyceride signifikant zu senken, was das Risiko für Herzerkrankungen verringert. Darüber hinaus zeigte eine Studie des National Institute of Health, dass Hundebesitzer weniger wahrscheinlich an einem Herzinfarkt sterben als Nicht-Besitzer.

Das Gassi gehen mit einem Hund erzwingt eine Routine körperlicher Anstrengung, die viele ältere Menschen allein nur schwer aufrechterhalten können. Diese Aktivität bietet sowohl dem Menschen als auch dem Tier frische Luft und Bewegung und hilft so, dem oft mit dem Altern einhergehenden sitzenden Lebensstil entgegenzuwirken. Doch dieser körperliche Vorteil hat einen Preis: Sturzverletzungen sind eine erhebliche Gefahr. Das Stolpern über Haustiere, insbesondere Hunde, verursacht in den Vereinigten Staaten jedes Jahr mehr als 86.000 Stürze, die schwerwiegend genug sind, um einen Besuch in der Notaufnahme erforderlich zu machen. Bei älteren und behinderten Menschen können diese Stürze zu lebensbedrohlichen Verletzungen und gebrochenen Knochen führen.

Psychische Gesundheit und kognitive Unterstützung

Die psychische Wirkung eines Haustieres wiegt für ältere Menschen oft schwerer als die körperlichen Vorteile. Die Gesellschaft eines Tieres hilft den Menschen, trotz Symptomen wie Angst oder Depression ein akzeptables Maß an Glück zu bewahren. Die Anwesenheit eines Haustieres kann den Betreuer stimulieren, ihm einen Grund geben, aufzustehen, eine Routine, der er folgen kann, und ein lebendes Wesen, das er pflegen kann. Dieses Sinngefühl ist für diejenigen entscheidend, die einen Ehepartner oder Freunde verloren haben, da Haustiere Einsamkeit für allein lebende Menschen lindern, denen es an ausreichender sozialer Interaktion fehlt.

Für diejenigen, die unter Demenz leiden, gibt es einige Hinweise darauf, dass Haustiere eine therapeutische Wirkung haben können, die Unruhe beruhigt und einen Ankerpunkt für Engagement bietet. Während eine RAND-Studie aus dem Jahr 2017 nahelegte, dass das Besitzen eines Haustieres für Kinder die Gesundheitsergebnisse statistisch nicht verbessert, deuten die Daten für ältere Menschen in die entgegengesetzte Richtung. Eine Erklärung des NIH aus dem Jahr 1987 argumentierte vorsichtig, dass die vorhandenen Daten „deutlich" auf einen erheblichen Nutzen hindeuten, und nachfolgende Beobachtungen unterstützen die Idee, dass Haustiere helfen, psychische Ziele wie eine Verringerung des Stresses zu erreichen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass für manche eine gute Gesundheit eine Voraussetzung für das Besitzen eines Haustieres sein kann und nicht das Ergebnis davon.

Soziale Verbindung und Gemeinschaftsengagement

Haustiere wirken als soziale Katalysatoren und erleichtern die Interaktion zwischen Besitzern und der breiteren Gemeinschaft. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Haustiere Kommunikation und Engagement fördern und es älteren Menschen erleichtern, mit Nachbarn und Fremden in Kontakt zu treten. Diese soziale Brücke ist besonders wertvoll für diejenigen, die sonst isoliert wären. Das Tier wird zu einem gemeinsamen Gesprächsthema, das Barrieren abbaut, die sonst bestehen würden.

In Langzeitpflegeeinrichtungen wie Pflegeheimen oder Hospizen verändert sich die Rolle des Haustieres von einem Familienmitglied zu einem strukturierten therapeutischen Werkzeug. Therapietiere, einschließlich Heimtherapiehunde, tiergestützte Therapienhunde und Hunde für therapeutische Besuche, werden hereingebracht, um den Bewohnern zu helfen, mit emotionalen Problemen im Zusammenhang mit Krankheiten zurechtzukommen. Diese Besuche bieten körperlichen Kontakt zu einem anderen lebenden Wesen, ein Bedürfnis, das im Leben eines älteren Menschen oft fehlt. Die Auswahl des Haustieres in diesen Einrichtungen ist streng; Tiere werden basierend auf Größe, Pflegeanforderungen und der Bevölkerung der Einrichtung ausgewählt, wobei Hunde ein spezifisches Training durchlaufen, um zu Therapiehunden zu werden.

Risiken und praktische Grenzen

Während die Vorteile erheblich sind, müssen die Risiken sorgfältig gemanagt werden. Neben der Gefahr von Stürzen können Haustiere Allergien und Asthma verschlimmern, die durch Hautschuppen, Fell oder Federn verursacht werden. Es besteht auch die Gefahr von Verletzungen durch Bisse oder Angriffe sowie das Potenzial für die Übertragung von Krankheiten aufgrund von Hygieneproblemen oder mangelnder angemessener Behandlung. Stress, der durch das Verhalten eines Tieres verursacht wird, kann ebenfalls zur Last werden, wenn das Haustier nicht gut erzogen ist.

Vielleicht ist die größte langfristige Sorge für ältere Besitzer die Angst davor, wer sich um das Tier kümmern wird, wenn der Besitzer dazu nicht mehr in der Lage ist. Dies ist eine praktische Realität, die die Entscheidung zur Adoption oft kompliziert. Darüber hinaus können die körperlichen Anforderungen der Tierpflege, wie Füttern und Reinigen, überwältigend werden, wenn die Mobilität des Besitzers nachlässt. Für manche sind die Bedürfnisse des Haustieres vielleicht leichter zu bewältigen als die eines Kindes, aber die Verantwortung bleibt absolut. Wenn der Besitzer keine Pflege mehr bieten kann, steht das Tier vor einer Krise, was die Planung der zukünftigen Pflege zu einem kritischen Teil der Tierhaltung für ältere Menschen macht.

Fazit

Die Beziehung zwischen älteren Menschen und Haustieren ist komplex und balanciert greifbare gesundheitliche Verbesserungen gegen körperliche Risiken und langfristige logistische Herausforderungen ab. Während Haustiere Triglyceride signifikant senken, Stress reduzieren und wichtigen sozialen Kontakt bieten, bringen sie auch Gefahren wie Stürze und Allergien mit sich. Die Entscheidung, im späteren Leben ein Haustier zu halten, erfordert eine ehrliche Einschätzung der körperlichen Fähigkeiten und einen soliden Plan für die zukünftige Versorgung des Tieres.

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