Oriental
Entdecken Sie die Geschichte, die Merkmale und über 300 Fellmuster des Oriental Shorthair sowie den Vergleich seines Charakters mit dem der Siamkatze.
Mehr als 300 Kombinationen aus Fellfarbe und -muster sind theoretisch für den Oriental Shorthair möglich, wobei spezifische Zuchtverbände festlegen, welche tatsächlich anerkannt werden. Diese enorme Vielfalt entsteht, weil die Rasse entwickelt wurde, um den Siam-Körperbau beizubehalten, während die genetische Beschränkung entfernt wurde, die die Farbe auf die Punkte begrenzt.
Die Rasse ist eine getarnte Siamkatze
Der Oriental Shorthair ist keine eigenständige wilde Linie, sondern eine gezielte Entwicklung aus der Siamkatze. Während das Grundstockmaterial aus Siam (heute Thailand) stammte, wurde die Rasse in den frühen 1970er Jahren von Züchtern in der New Yorker Region offiziell etabliert. Sie züchteten gezielt einfarbige Katzen mit dem „orientalischen" Körperbau einer Siamkatze und schufen so eine Katze, die wie eine Siamkatze aussieht, aber in einem Regenbogen von Farben erscheint und nicht nur im traditionellen Punkt-Muster.
Körperliche Merkmale definieren den Typ
Die konformen Orientals teilen den modernen Kopf- und Körperbau der Siamkatze: eine dreieckige Kopfform, große Ohren und mandelförmige Augen. Ihre Körper sind langgestreckt, schlank und muskulös, beschrieben als elegant, aber kräftig. Obwohl sie eine mittelgroße Rasse sind, ist der Gewichtsunterschied zwischen den Geschlechtern bemerkenswert: Männchen wiegen typischerweise zwischen 3,5 und 5,5 kg (8–12 lb), während Weibchen kleiner sind und meist weniger als 3,5 kg (8 lb) wiegen. Im Gegensatz zu den blauäugigen Siamkatzen haben Orientals meist grüne Augen.
Fellgenetik ermöglicht extreme Vielfalt
Der genetische Mechanismus hinter der Fellvielfalt umfasst rezessive Gene, die es ermöglichen, dass die Farbe über den gesamten Körper und nicht nur an den Extremitäten erscheint. Nach den Rassestandards umfassen die Grundfarben Schwarz, Schokolade, Zimt, Rot und Weiß, wobei Modifikatoren Verdünnungen wie Blau, Lilac, Fawn und Creme erzeugen. Das Fell kann auch Silber, Schattiert oder Rauchfarben sein, wobei der Haarschaft eine schmale weiße Bänderung an der Basis aufweist.
Die Muster sind ebenso vielfältig, von einfarbigem Fell, bei dem jedes Haar einheitlich gefärbt ist, bis hin zu Tabby-Varianten, darunter Klassisch, Mackerel, Fleckig und Getupft. Tortie und Particolor (Zwei- oder Dreifarbig) sind ebenfalls anerkannt, indem ein Weiß-Fleck-Gen zu anderen akzeptierten Farben hinzugefügt wird. Eine echte Dreifarbkatze zeigt Weiß am Bauch, an den Beinen und ein umgekehrtes „V" im Gesicht.
Anerkennung variiert je nach Verband
Die Akzeptanz der Rasse hat sich im Laufe der Zeit entwickelt. Die Cat Fanciers' Association (CFA) akzeptierte den Oriental Shorthair 1977 für die Meisterschaftswettbewerbe, und die zweifarbige Variante wurde 1985 anerkannt. Der in Großbritannien ansässige Governing Council of the Cat Fancy (GCCF) gewährte 1997 die Anerkennung, obwohl ihre Richtlinien zur Fellkonformation sich leicht von denen der CFA unterscheiden. Die World Cat Federation (WCF) erkennt die Rasse ebenfalls an, lehnt jedoch ausdrücklich weiße Katzen ab und akzeptiert alle Farben und Muster ohne Weiß und ohne Punkte.
Einige spezifische Farbvarianten haben in bestimmten Verbänden eigene Namen. Die einfarbige Schokoladenvariante wird oft als Havana Brown bezeichnet, während einfarbige weiße Katzen als Foreign White anerkannt werden können. In der CFA werden punktfarbene Nachkommen manchmal als „jede andere Varietät" betrachtet, während sie in der TICA und anderen Verbänden typischerweise als Siamkatzen klassifiziert und in dieser Kategorie wettbewerben.
Charakter entspricht dem der Siamkatze
Trotz der visuellen Unterschiede ist das Verhalten des Oriental Shorthair virtually identisch mit dem der Siamkatze. Sie sind hochsozial, intelligent und natürliche Gesprächspartner, die es vorziehen, in Paaren oder Gruppen zu leben. Diese Katzen haben ein hohes Bewegungsniveau und bleiben auch im Erwachsenenalter verspielt, wobei sie oft Spiele wie Apportieren genießen. Ihr schlanker Wuchs trügt über ihre Athletik; sie sind in der Lage, zu hohen Orten zu springen und zeigen eine intensive Neugierde auf ihre Umgebung.
Die Langhaar-Variante existiert
Der Oriental Longhair ist eine eigenständige, aber eng verwandte Rasse, die sich nur in der Felllänge unterscheidet. Sie wird seit 1995 von der CFA anerkannt und trägt ein Paar rezessiver Langhaargene. Ansonsten bleiben Körpertyp, Kopfform und Charakter konsistent mit der Kurzhaar-Version der Rasse.