Singapura
Die Singapura ist die kleinste Katzenrasse der Welt, doch ihre Geschichte ist von Kontroversen, genetischen Risiken und einer überraschend geringen Vielfalt geprägt.
Die kleinste Katzenrasse der Welt, wobei Weibchen durchschnittlich 1,8 Kilogramm (4,0 lb) und Männchen 2,7 Kilogramm (6,0 lb) wiegen. Dieser Titel verbirgt eine komplizierte Geschichte mit umstrittenen Ursprüngen, spezifischen genetischen Gesundheitsrisiken und einem überraschend engen Genpool.
Die Ursprünge der Rasse sind umstritten
Die offizielle Version besagt, dass die Rasse 1975 aus drei lokalen braun getickten Katzen gegründet wurde, die Tommy und Hal Meadow aus Singapur importierten. Spätere Untersuchungen ergaben jedoch, dass diese Grundlagentiere 1974 tatsächlich von den USA nach Singapur gebracht und dann wieder exportiert wurden, was der Behauptung widerspricht, es handele sich um einheimische Straßenkatzen. Zwar untersuchte die Cat Fanciers' Association (CFA) die Diskrepanz und stellte kein Fehlverhalten fest, wodurch der Status der Rasse als natürlich erhalten blieb, doch DNA-Studien aus dem Jahr 2007 deuten darauf hin, dass die Singapura genetisch der Burmesen sehr ähnlich ist. Dies nährt die Spekulation, dass es sich vielleicht um eine Kreuzung und nicht um eine eigenständige natürliche Population handelt.
Das Erscheinungsbild ist charakteristisch, aber klein
Trotz der Kontroverse um die Größe sind die körperlichen Merkmale konsistent und unverwechselbar. Die Singapura ist mäßig stämmig und muskulös mit einem sehr kurzen, feinen Fell. Die wiedererkennbarsten Merkmale sind die großen, leicht zugespitzten, tief gefassten Ohren und die großen mandelförmigen Augen. Der Schwanz ist schlank, etwas kürzer als die Körperlänge und endet in einer stumpfen Spitze. Die einzige akzeptierte Farbe ist Sepia-Agouti, beschrieben als dunkles Braungeticke auf einem warmen, alten Elfenbein-Grundton, wobei einzelne Haare abwechselnd dunkle und helle Bänder aufweisen.
Zu den Gesundheitsrisiken gehört die Uterusatonie
Züchter müssen auf Uterusatonie achten, einen Zustand, bei dem schwache Muskeln die Austreibung eines Fötus während der Geburt verhindern. Dieses Problem war bei einer der ursprünglichen Grundlagentiere vorhanden und besteht in der Rasse bis heute fort, was manchmal Kaiserschnitte notwendig macht. Ein weiteres ernstes Anliegen ist der Pyruvatkinase-Mangel (PKD), eine genetische Störung, die hämolytische Anämie verursacht. Zu den Symptomen gehören Lethargie, Durchfall, schlechte Fellqualität, Gewichtsverlust und Gelbsucht. Obwohl betroffene Katzen oft ein normales Leben führen können, gibt es einen spezifischen Test, um festzustellen, ob eine Katze betroffen ist, Trägerin ist oder frei von der Krankheit ist.
Die genetische Vielfalt ist kritisch gering
Die Rasse leidet unter einem der niedrigsten Heterozygotiewerte unter Katzenrassen, eine Folge eines kleinen Genpools und der Inzucht. Eine DNA-Studie aus dem Jahr 2007 stufte die Singapura zusammen mit der Burmesen als die Rasse mit der geringsten genetischen Vielfalt unter 22 untersuchten Rassen ein. Dieser Mangel an Vielfalt hat zu Debatten über das Outcrossing zur Verbesserung der Gesundheit geführt, wobei der britische Governing Council of the Cat Fancy dies 2013 unter strengen Auflagen zuließ. Trotz dieser Bemühungen bleibt die Rasse relativ selten und rangiert in den FIFe-Statistiken für 2024 mit nur 0,04 % der registrierten Kätzchen auf Platz 44 von 54.
Der Name ist ein Marketing-Erfolg
Der Name "Singapura" stammt vom malaiischen Namen für Singapur, doch die lokale Identität der Rasse ist "Kucinta", eine Verschmelzung von "kucing" (Katze) und "cinta" (Liebe). Das Singapore Tourist Promotion Board adoptierte die Rasse 1990 als nationales Maskottchen, obwohl nur wenige einheimische Katzen in Singapur der Rasse ähneln; die meisten sind gestreifte Bobtails oder Tortoiseshells. Die Popularität der Rasse als Maskottchen scheint eher eine Werbemaßnahme zu sein als ein Spiegelbild der lokalen Streunerpopulation, doch die Rasse bleibt ein Punkt nationalen Stolzes, mit Skulpturen entlang des Singapore River.