Die türkische Angora
Entdecken Sie die uralte türkische Angora-Katze: ihre Geschichte, das einzigartige Erscheinungsbild, Gesundheitsrisiken wie Taubheit und genetische Unterschiede zu amerikanischen Linien.
Die türkische Angora ist eine uralte, natürliche Rasse aus Zentralanatolien, bekannt für ihr seidiges Fell, ihren schlanken Körper und eine Geschichte, in der weiße und unpaarige Augen besonders geschätzt wurden, obwohl moderne Genetik eine komplexe Aufspaltung zwischen der amerikanischen Showkatze und der robusteren türkischen Population aufzeigt. Die Identität der Rasse wird durch ein Jahrhundert der Verwechslung mit der Perserkatze, ein Zuchtprogramm des 20. Jahrhunderts, das den Genpool verengte, und aktuelle DNA-Studien kompliziert, die zeigen, dass die amerikanische „Reinzucht" genetisch von der echten Ankara-Katze verschieden ist.
Geschichte und die Verwechslung mit der Perserkatze
Langehaarkatzen aus Kleinasien, Persien und Russland wurden bereits Ende des 16. Jahrhunderts nach Großbritannien und Frankreich importiert, und die Rasse wurde im 17. Jahrhundert in Europa als eigenständig anerkannt. Lange Zeit war die Unterscheidung zwischen Angora und Perser so fein, dass namhafte Autoren wie Charles Catton im Jahr 1788 sie als dieselbe Rasse behandelten, und Frances Simpson stellte 1903 fest, dass die Angora auf Ausstellungen ganz verschwunden zu sein schien. Die moderne Angora des 20. Jahrhunderts wurde oft genutzt, um das Fell der Perserkatze zu verbessern, doch die beiden Typen sind immer divergiert, besonders da sich die Perserkatze in den letzten Jahrzehnten zur zunehmend flachgesichtigen Showkatze entwickelte.
Das Atatürk-Erhaltungsprogramm
Im frühen 20. Jahrhundert startete die Atatürk-Waldfarm und der Zoo in Ankara ein Zuchtprogramm, das speziell darauf ausgerichtet war, reine weiße Angoras zu schützen, wobei unpaarige Exemplare Priorität hatten. Dieses Programm konzentrierte sich strikt auf die Farbe, ohne andere Kriterien anzuwenden, was eine spezifische Linie schuf, die später exportiert wurde. Die Rasse wurde 1963 nach Kanada gebracht und 1973 von der Cat Fanciers' Association als championierte Stammbaumrasse anerkannt, wobei bis 1978 in Nordamerika nur weiße Angoras anerkannt wurden. Heute akzeptieren die Register die Rasse in vielen Farben und Mustern, doch der Genpool bleibt im Vergleich zu anderen Rassen relativ klein.
Erscheinungsbild und Rassestandards
Die türkische Angora besitzt einen langen, muskulösen Körper, der von einem seidigen Fell bedeckt ist, mit einem Kopf, der klein bis mittelgroß ist und eine glatte Keilform bildet. Die Augen sind groß und mandelförmig, können blau, grün, bernsteinfarben, gelb oder heterochromatisch (unpaarig) sein, während die Ohren spitz, groß und weit gesetzt sind. Das Profil bildet zwei gerade Ebenen, und der buschige Schwanz wird oft aufrecht getragen, senkrecht zum Rücken. Obwohl die Rasse für ihr schimmerndes weißes Fell berühmt ist, kann sie eine Vielzahl von Farben zeigen; die einzigen nicht zugelassenen Farben sind Schokolade, Lavendel oder Colorpoint.
Genetische Realität und die „wahre" Angora
Züchter in der Türkei argumentieren, dass die feinbeinige Showkatzen-Version der Rasse nicht repräsentativ für die echten türkischen Katzen ist, die viel robuster sind. Genetische Studien haben bestätigt, dass amerikanische türkische Angoras und diejenigen, die aus der Türkei importiert wurden, als separate Rassepopulationen aufgelöst werden, wobei die amerikanische Linie nur minimale Reste der ursprünglichen Atatürk-Waldfarm-DNA aufweist. Eine Studie gruppierte die amerikanische türkische Angora mit der ägyptischen Mau und tunesischen Freigängerkatzen, während die echten türkischen Freigängerkatzen mit israelischen Populationen gruppiert wurden, und die türkische Van mit ägyptischen Katzen. Im Wesentlichen ist die amerikanische „Reinzucht" größtenteils ein Nachkomme europäischer Freigängerkatzen, während die aus der Türkei importierten Katzen einer östlich-mittelmeerischen Gruppe angehören.
Gesundheit und Verhaltensmerkmale
Türkische Angoras sind verspielt, intelligent und athletisch, binden sich oft an ein bestimmtes Familienmitglied, das sie sehr beschützen. Das Gen, das für das weiße Fell und die blauen Augen verantwortlich ist, kann jedoch Taubheit verursachen, ein bekanntes Risiko in der Rasse. Es gab auch Berichte über Kätzchen, die an Ataxie leiden, und erwachsene Katzen, die eine hypertrophe Kardiomyopathie entwickeln. Obwohl sie im Allgemeinen robust sind, bedeutet die Kombination aus ihrer athletischen Natur und spezifischen genetischen Merkmalen, dass Besitzer wachsam bezüglich Hörtests und Herzscreenings sein sollten.
Warum der Name wichtig ist
Außerhalb der Vereinigten Staaten wird die Rasse meist einfach als Angora- oder Ankara-Katze bezeichnet, eine Unterscheidung, die bei der Diskussion der Herkunft des Tieres wichtig ist. Die Verwirrung wird durch die Existenz des Angorakaninchens verstärkt, einer völlig anderen Art, die wegen ihrer Wolle gezüchtet wurde, in derselben Region entstand, aber keine genetische Verbindung zur Katze hat. Die Katze ist eine uralte natürliche Rasse, keine vom Menschen geschaffene, und ihre Geschichte ist ein Zeugnis der spezifischen Umweltbedingungen Zentralanatoliens, nicht der selektiven Zucht auf extreme Merkmale, wie sie bei vielen modernen Showkatzen zu sehen ist.