Amerikanischer Eskimohund
Entdecken Sie die Zirkusgeschichte des Amerikanischen Eskimohundes, seine drei Größenvarianten, seinen hohen Energiebedarf und den wichtigen Unterschied zur kanadischen Rasse.
Der Amerikanische Eskimohund ist eine weiße, doppelt behaarte Begleithunderasse mit drei deutlichen Größen, die zwischen 5 und 40 Pfund wiegen, aber er ist nicht mit dem kanadischen Eskimohund aus der Arktis verwandt. Die Verwechslung ist angesichts der Namen verständlich, doch die beiden Rassen haben sich vor Jahrhunderten getrennt und dienen völlig unterschiedlichen Zwecken.
Der Amerikanische Eskimohund ist eigentlich ein Import aus Deutschland, der während des Ersten Weltkriegs umbenannt wurde. Seine Vorfahren waren Deutsche Spitzhunde, doch die anti-deutsche Stimmung in den USA führte dazu, dass die Besitzer sie als „American Spitz" und schließlich als „American Eskimo Dog" umbrandeten, um jede Assoziation mit Deutschland zu vermeiden. Während moderne Exporte aus Deutschland noch den Namen Deutscher Spitz tragen, hat sich die amerikanische Variante zu einer eigenen, distincten Rasse mit eigenem Standard und eigener Geschichte entwickelt.
Drei deutliche Größenvarianten
Die Rasse ist in drei spezifische Größenkategorien unterteilt, jede mit definierten Höhen- und Gewichtslimits, die sie klar voneinander trennen. Die Spielzeugvariante (Toy) wird 9 bis 12 Zoll groß und wiegt zwischen 5 und 10 Pfund. Die Miniaturvariante reicht von 12 bis 15 Zoll und 10 bis 20 Pfund. Die Standardvariante ist die größte, erreicht 15 bis 20 Zoll und wiegt zwischen 15 und 40 Pfund.
Trotz der Größenunterschiede teilen alle drei Varianten dieselben körperlichen Merkmale. Sie besitzen ein dickes, gerades Doppelfell, das weiß oder weiß mit Biskuitmarkierungen ist. Ein markanter Fellkragen umgibt Hals und Schultern, und der Schwanz ist stark behaart und kräuselt sich typischerweise über den Rücken. Dieses Erscheinungsbild verbindet sie mit anderen Spitzrassen wie dem Japanischen Spitz, dem Samojeden und dem Deutschen Spitz.
Eine Geschichte des Zirkusruhms
Die Popularität der Rasse in den USA wurde nicht durch die Schaukästen, sondern durch den Zirkusring gefestigt. Nachdem europäische Einwanderer ihre Spitz-Haustiere Anfang der 1900er Jahre in die USA gebracht hatten, fanden die Hunde eine neue Rolle als Unterhalter. Bereits 1917 waren sie im Cooper Brothers Railroad Circus zu sehen, und dieser Trend setzte sich durch die 1930er und 1940er Jahre fort.
Ein Hund namens Stout's Pal Pierre wurde zum Star, indem er für den Barnum and Bailey Circus auf einem Seil ging. Diese Aufführungen waren so erfolgreich, dass die Hunde nach den Shows gut verkauft wurden, und viele moderne Amerikanische Eskimohunde können ihre Abstammung direkt auf diese Zirkusdarsteller zurückführen. Die Rasse wurde 1919 erstmals offiziell vom United Kennel Club als „American Eskimo" anerkannt, obwohl es bis 1995 dauerte, bis der American Kennel Club die volle Anerkennung gewährte, nachdem der American Eskimo Dog Club of America einen offiziellen Rassestandard etabliert hatte.
Temperament und Pflegebedürfnisse
Diese Hunde sind wachsam, intelligent und von Natur aus laut, Eigenschaften, die sie zu hervorragenden Wachhunden machen. Ihre Geschichte als Zirkusdarsteller deutet auf ein hohes Maß an Trainierbarkeit und den Wunsch zu gefallen hin, doch sie bewahren auch den eigenwilligen Zug, der für Spitzrassen typisch ist. Sie sind liebevolle Begleiter, die tiefe Bindungen zu ihren Besitzern eingehen.
Besitzer müssen sich auf ein pflegeintensives Fell und einen Hund einstellen, der erhebliche geistige und körperliche Stimulation benötigt. Das Doppelfell wirft einmal im Jahr stark ab und erfordert in dieser Zeit tägliches Bürsten, während regelmäßige Pflege ein- oder zweimal pro Woche nötig ist. Da sie von Natur aus aktive Arbeitshunde sind, benötigen sie mehr als nur einen kurzen Spaziergang; sie gedeihen bei Aktivitäten, die ihren Geist und ihren Körper beschäftigen.
Nicht die kanadische Rasse
Es ist entscheidend, diesen Begleithund vom Kanadischen Eskimohund zu unterscheiden, einer seltenen, vom Aussterben bedrohten Arbeitshunderasse aus der Arktis. Die kanadische Rasse ist ein kräftiger, muskulöser Hund, der zum Ziehen von Schlitten und zur Jagd gebaut ist und bei Männchen bis zu 88 Pfund wiegen kann. Der Amerikanische Eskimohund ist ein kleiner bis mittelgroßer Haustierhund, während der Kanadische Eskimohund ein robustes Arbeitstier mit einem dichten, dichten Fell ist, das für gefrierende Temperaturen konzipiert wurde.
Die kanadische Rasse ist derzeit vom Aussterben bedroht, wobei nur etwa 300 reinrassige Hunde geschätzt werden. Sie sind aufgrund ihrer intensiven Bewegungsbedürfnisse und der potenziellen Hitzesensibilität nicht für den durchschnittlichen Haushalt geeignet. Der Amerikanische Eskimohund hingegen ist ein vielseitiger Familienhund, der sich erfolgreich an das Leben in Haushalten in den gesamten USA angepasst hat.