Basset Hound
Ein umfassender Leitfaden zum Basset Hound: von seiner einzigartigen Anatomie über Gesundheitsrisiken wie Osteochondrodysplasie bis hin zur Jagdgeschichte zu Fuß.
10 bis 12,5 Jahre ist die typische Lebensspanne, wobei dies je nach Studie und Abstammung erheblich variiert. Die definierende kurze Statur der Rasse, verursacht durch eine spezifische genetische Bedingung, schafft eine einzigartige Reihe von gesundheitlichen Herausforderungen, die Besitzer proaktiv managen müssen.
Der Basset Hound ist ein kurbeiniger Riechhund, der in Großbritannien aus französischen Rassen entwickelt wurde. Sein primärer historischer Zweck war die Jagd auf Kaninchen und Hasen zu Fuß, eine Aufgabe, die einen Hund erfordert, der langsam genug ist, um von einer Person und nicht von einem Pferd verfolgt zu werden. Ihr Geruchssinn ist nur dem Bloodhound unterlegen, und ihre Fähigkeit, Bodenspuren zu verfolgen, ist außergewöhnlich.
Anatomie definiert die Rasse
Der Basset Hound ist proportional ein großer Hund mit kurzen Beinen und wiegt zwischen 20 und 35 kg (44 bis 77 Pfund). Relativ zu ihrer Größe sind sie knochiger als jede andere Rasse. Diese einzigartige Struktur ist kein Defekt, sondern das Ergebnis einer Osteochondrodysplasie, einer genetischen Bedingung, die das Wachstum hemmt und die Bewegung beeinträchtigt.
Körperlich besitzen sie leicht gekrümmte Beine, um ein breites Brust- und Rippenkorsett zu stützen, sowie einen leicht gebogenen Schwanz, der hoch über einem langen Rücken getragen wird. Ihre lose Haut, insbesondere die Wamme um den Hals, erzeugt einen charakteristischen traurigen Ausdruck. Die langen Ohren sind funktional, um Bodenspuren aufzuwirbeln und sie zur Nase zu leiten. Das Fell ist kurz mit groben Haaren unter dem Schwanz und erscheint in dreifarbigen, zweifarbigen, roten oder weißen Mustern, jedoch niemals in Merle- oder Streifenmuster.
Gesundheitsrisiken sind strukturell bedingt
Da die kurze Statur der Rasse genetisch bedingt ist, sind die damit verbundenen Skelettprobleme inhärent. Osteochondrodysplasie führt zu gespreizten Hinterbeinen, vergrößerten Gelenken, abgeflachten Rippenkäfigen und deformierten Pfoten. Besitzer müssen wachsam bezüglich der Gelenkgesundheit sein, da die schwere Knochenstruktur in Kombination mit kurzen Beinen erheblichen Stress auf das Skelett ausübt.
Über das Skelett hinaus hat die Rasse eine hohe Prädisposition für spezifische medizinische Zustände. Die Magendrehung (Bloat) ist eine führende Todesursache, wobei eine Studie ein relatives Risiko fand, das 5,9-mal höher ist als im Durchschnitt. Krebs ist für 31 % der Todesfälle verantwortlich, gefolgt von hohem Alter und Herzproblemen. Glaukom ist ebenfalls verbreitet und betrifft 5,44 % der Rasse, verursacht durch eine autosomal-rezessive Mutation des ADAMTS17-Gens.
Zu weiteren häufigen Problemen gehören Hefepilzinfektionen, allergische Hauterkrankungen, Intertrigo und Otitis. Eine erbliche Thrombopathie, eine autosomal vererbte Plättchenstörung, beeinträchtigt die Blutgerinnung und ist durch einen Defekt im Glykoprotein-IIb-IIIa-Rezeptor gekennzeichnet. Während der Zustand nachweisbar ist, erfordert er eine sorgfältige Verwaltung während chirurgischer Eingriffe.
Temperament und Pflegebedürfnisse
Trotz ihres etwas mürrischen Aussehens sind Basset Hounds freundlich, gesellig und verspielt. Sie sind tolerant gegenüber Kindern und anderen Haustieren und besitzen eine milde und extrem ergebene Natur, die nicht ängstlich ist. Ihre Ergebenheit manifestiert sich oft als starker Wunsch, in der Nähe ihrer Familie zu sein, obwohl ihr unabhängiger Charakter, der von ihren Jagdtagen geerbt wurde, das Training zu einer Herausforderung machen kann.
Pflege erfordert Aufmerksamkeit für ihre spezifische Anatomie. Die losen Hautfalten benötigen regelmäßige Reinigung, um Dermatitis zu verhindern, und die langen Ohren erfordern häufige Kontrollen, um Infektionen durch eingeschlossene Feuchtigkeit und Schmutz zu vermeiden. Ihre kurzen Beine und schweren Körper bedeuten, dass sie nicht für hochbelastende Aktivitäten oder Springen gebaut sind, und ihre Bewegungsbedürfnisse sollten verwaltet werden, um ihre Gelenke zu schützen.
Geschichte des niedrigen Riechhundes
Der Name Basset leitet sich vom französischen Wort bas ab, was 'niedrig' bedeutet, mit dem Suffix -et, was 'ziemlich niedrig' übersetzt. Die Rasse verfolgt ihre Abstammung bis zu den Hunden des 6. Jahrhunderts von St. Hubert in Belgien zurück, die sich um 1000 n. Chr. zum St. Hubert-Hund entwickelten. Diese Hunde waren ursprünglich groß, langsam und kurbeinig, abgestammt vom Laconian-Hund aus Griechenland.
Die erste schriftliche Erwähnung eines "Basset"-Hundes erschien 1585 in La Venerie von Jacques du Fouilloux. Bis zur Französischen Revolution wurden kurbeinige Hunde für die Jagd zu Fuß hoch geschätzt, da die Jagd zu Pferd der Aristokratie vorbehalten war. Der moderne Basset Hound wurde Ende des 19. Jahrhunderts in England von Everett Millais verfeinert, der einen französischen Basset mit einem Bloodhound kreuzte, um einen schwereren, substanzielleren Hund zu schaffen. Der Rassestandard wurde Ende des 19. Jahrhunderts in Großbritannien festgelegt und 2010 aktualisiert.
Während die Rasse eine reiche Geschichte in der Jagd hat und in der Popkultur von Elvis Presleys "Hound Dog" bis zum Charakter Dog in Columbo auftaucht, wird die Realität der Haltung eines solchen Hundes durch seine einzigartigen körperlichen Bedürfnisse und die Gesundheitszustände definiert, die seiner einzigartigen Bauweise inhärent sind.