Cane Corso
Ein faktenbasierter Leitfaden zum Cane Corso: seine Geschichte als italienischer Mastiff, spezifische Gesundheitsrisiken, Lebensdauer je nach Fellfarbe und Arbeitsanforderungen.
Im Durchschnitt 9,3 Jahre, wobei schwarz gestromte Hunde bis zu 10,3 Jahre alt werden und andere Farben im Schnitt 8,1 Jahre erreichen. Diese Variation wird durch Genetik und Fellfarbe bestimmt, ergänzt durch eine hohe Anfälligkeit für verschiedene schwere Erkrankungen, die eine proaktive tierärztliche Betreuung erfordern.
Italienischer Mastiff mit moderner Wiederbelebung
Der Cane Corso ist ein großer italienischer Mastiff, der einst auf der gesamten Halbinsel verbreitet war, aber nach dem Zusammenbruch des Pachtwirtschaftssystems in den 1960er Jahren fast verschwunden ist. Die moderne Rasse existiert nur dank gezielter Zucht, die um 1980 mit wenigen überlebenden Hunden aus Apulien begann. 1994 wurde er offiziell vom italienischen Hundezuchtverband anerkannt, 1996 vorläufig von der FCI und 2007 voll anerkannt. Der American Kennel Club erkannte die Rasse 2010 an, und die jährlichen Registrierungen in Italien zwischen 2011 und 2019 schwankten zwischen 3000 und 4250.
Größe, Bau und Fellmerkmale
Es handelt sich um einen molossoiden Hundetyp: kräftig und muskulös, aber dennoch elegant. Rüden stehen 62–70 cm in der Schulter und wiegen 45–50 kg. Hündinnen sind etwa 4 cm kleiner und wiegen rund 5 kg weniger. Der Kopf ist groß, etwas mehr als ein Drittel der Widerristhöhe, mit einer flachen Schädeldecke und einer gut definierten Stirnstop. Das Fell ist kurz, dicht und glänzend, in den Farben Schwarz, verschiedenen Grautönen, Fawn, Dunkelweizen oder gestromt; kleine weiße Abzeichen an Brust, Pfoten oder Nase sind toleriert. Die Iris sollte so dunkel wie möglich sein, die Augen sind oval und weit voneinander gesetzt.
Genetische Gesundheitsdispositionen
Die Rasse trägt eine genetische Veranlagung für Ellenbogen- und Hüftgelenksdysplasie, Patellaluxation und Netzhautdysplasie. Zudem besteht eine überdurchschnittliche Anfälligkeit für Demodikose, Ektropium, Entropium, Magendrehung (Blähbauch), Hypothyreose, idiopathische Epilepsie, mykotische Otitis und Vorfall der Nictitans-Drüse, allgemein als Kirschauge bekannt. Dies sind keine Bagatellen: Magendrehung und Epilepsie erfordern sofortige medizinische Aufmerksamkeit, während Gelenkprobleme oft eine lebenslange Betreuung zur Aufrechterhaltung der Beweglichkeit benötigen.
Lebensdauer variiert je nach Fellfarbe
Eine Studie aus dem Jahr 2017 mit 232 Hunden aus 25 Ländern ergab eine durchschnittliche Lebensdauer von 9,3 Jahren, wobei signifikante Unterschiede je nach Fellfarbe bestehen. Die langlebigsten waren schwarz gestromte Hunde mit 10,3 Jahren, gefolgt von gestromten Hunden mit 10,1 Jahren und graustromten mit 9,8 Jahren. Schwarze, Fawn- und graue Hunde erreichten im Schnitt 9,0 Jahre, während Hunde anderer Farben eine mittlere Lebensdauer von 8,1 Jahren aufwiesen. Die mittlere Lebensdauer wird zudem unterschiedlich mit 8,1 und 9 Jahren angegeben, was darauf hindeutet, dass die Fellfarbe ein zuverlässiger Indikator für die Langlebigkeit dieser Rasse ist.
Arbeitsprüfungen und Temperament
Der Cane Corso wurde für Wachdienst und Begleitung gezüchtet. In der Arbeitsprüfung muss der Hund in Gegenwart harmloser Fremder Ruhe bewahren und auf Schussgeräusche gleichgültig reagieren. Zur Registrierung muss der Hund eine aggressive Verteidigung des Besitzers gegenüber einem Angreifer demonstrieren. Diese Kombination aus Ruhe gegenüber Fremden und fester Loyalität zur Familie ist das Markenzeichen der Rasse und unterscheidet sie von anderen Mastiffs, die möglicherweise unselektiver aggressiv oder übermäßig scheu sind.
Historische Rollen und Entwicklung
Früher wurde der Cane Corso zur Jagd auf Großwild und zum Treiben von Rindern eingesetzt, zusätzlich zu seiner Hauptaufgabe als Wachhund. Er ist eng mit dem Neapolitanischen Mastiff verwandt, einer weiteren italienischen Rasse vom Mastifftyp. Während der Neapolitaner 1949 anerkannt und 1956 von der FCI akzeptiert wurde, ist die moderne Wiederbelebung des Cane Corso ein jüngeres Phänomen, das durch die Bemühungen der 1983 gegründeten Società Amatori Cane Corso vorangetrieben wurde. Die Geschichte der Rasse spiegelt einen Wandel vom Arbeitshund der italienischen Landschaft zu einem spezialisierten Begleit- und Wachhund wider.