Sussex-Spaniel
Entdecken Sie die einzigartigen Merkmale des Sussex-Spaniels: von seinem goldenen Fell und Heulverhalten bis zu ernsten Gesundheitsrisiken wie Wirbelsäulenproblemen und Herzfehlern.
Der Sussex-Spaniel ist ein niedriger, kompakter, golden-leberfarbiger Spaniel, der aus Sussex, England, stammt und dafür bekannt ist, langsam und ruhig zu sein sowie als einziger Spaniel zu heulen, sobald er einen Geruch aufnimmt. Dieses besondere Temperament und Erscheinungsbild verbergen erhebliche gesundheitliche Herausforderungen, darunter Bandscheibenvorfälle und angeborene Herzfehler, die eine wachsame Betreuung erfordern.
Körperbau und einzigartiges Fell
Die Rasse zeichnet sich durch ihre niedrige, rechteckige Silhouette aus, steht nicht höher als 15 bis 16 Zoll an den Widerrist und wiegt zwischen 45 und 50 Pfund. Das macht sie deutlich stämmiger und schwerer als den Clumber-Spaniel, der typischerweise 17 bis 20 Zoll erreicht und bis zu 85 Pfund wiegt. Das auffälligste Merkmal ist das Fell, das eine reiche goldene Leberfarbe aufweist; während historische Aufzeichnungen seltene schwarze oder weiße Variationen verzeichnen, ist die goldene Leberfarbe der Standard. Das Fell ist dick mit einer wetterfesten Unterwolle und einer seidigen Außenhaarschicht, die an der Brust, den Beinen und den Ohren gefiedert ist. Ihre Augen sind haselnussbraun, und sie besitzen lange, lappenförmige Ohren, die mäßig tief angesetzt sind und dazu dienen, Feuchtigkeit und Gerüche einzufangen.
Temperament und Arbeitsfähigkeit
Diese Hunde sind langsam und ruhig und zeigen oft ein etwas albernes Verhalten, das ihre Energieniveaus im Zaum hält. Sie sind sehr darauf bedacht, in der Nähe von Menschen zu sein, was sie zu hervorragenden Familienhunden und starken Kandidaten für die Therapiearbeit macht, obwohl sie ihr Zuhause beschützen können. Während sie kompetente Jäger sind, die im Feld vierteln und Wild bringen können, sind sie berüchtigt für ihre Sturheit beim Training. Das ungewöhnlichste Verhaltensmerkmal ist ihre Lautäußerung: Der Sussex-Spaniel ist die einzige Spanielrasse, die heult, sobald sie den Geruch von Wild erkennt, eine Eigenschaft, die speziell gezüchtet wurde, um Jäger in dichtem Unterholz zu alarmieren, wo Bellen weniger effektiv sein könnte.
Wirbelsäulen- und Gelenkverwundlichkeiten
Der kompakte, schwere Körperbau der Rasse macht sie anfällig für das Bandsyndrom der Wirbelsäule, auch bekannt als Bandscheibenvorfall. Diese Erkrankung tritt auf, wenn eine Bandscheibe in den Wirbelkanal vorwölbt oder reißt und das Rückenmark komprimiert. Die Symptome reichen von leichten Nacken- oder Rückenschmerzen bis hin zu vollständiger Lähmung, Verlust des Empfindungsvermögens und Verlust der Blasen- oder Darmkontrolle. Während leichte Fälle medizinisch durch Käfighaltung und Schmerzmittel über mehrere Wochen hinweg behandelt werden können, erfordern schwere Fälle möglicherweise eine Operation zur Wiederherstellung des Empfindungsvermögens, wobei der Erfolg stark von der Schwere des Vorfalls abhängt. Hüftdysplasie ist ebenfalls ein Anliegen, wobei Umfragen zeigen, dass 41,5 % der Rasse betroffen sind, was sie zur neuntanfälligsten von 157 Rassen macht, obwohl die kompakte Natur des Hundes oft verhindert, dass sie schwerwiegend behindernd ist.
Risiken für Herz- und Ohrgesundheit
Herzerkrankungen sind ein primäres Gesundheitsrisiko, wobei die Pulmonalstenose der häufigste angeborene Defekt ist. Bei dieser Erkrankung ist die Pulmonalklappe fehlerhaft gebildet, was das Herz dazu zwingt, härter zu arbeiten, um Blut zu pumpen, was zu Flüssigkeitsansammlungen, einer Ventrikelhypertrophie und schließlich zum Herzversagen führen kann. Der Ductus arteriosus botalli, ein Versagen eines kleinen Blutgefäßes, sich nach der Geburt zu schließen, tritt ebenfalls bei der Rasse auf. Zusätzlich machen die langen, schlaffen Ohren sie sehr anfällig für Otitis externa, also äußere Ohrentzündungen, die durch eingeklemmte Feuchtigkeit, Milben oder Pilze verursacht werden. Die Behandlung ist in der Regel unkompliziert und reicht von Antibiotika bis zu rezeptfreien Reinigungslösungen, erfordert jedoch eine konsequente Wartung, um ein Wiederauftreten zu verhindern.
Geschichte und Erhaltungsstatus
Erstmals 1795 in Ost- und Westsussex verzeichnet, wurde die Rasse für unwegsames Gelände und dichtes Unterholz entwickelt, in dem sie bellen konnte, um Jäger zu alarmieren. Sie ist eine der ältesten Spanielrassen, älter als der Field-Spaniel und der English Springer Spaniel. Der Sussex wurde während des Zweiten Weltkriegs fast ausgerottet, die Zucht wurde discouraged und die Zahlen sanken 1947 auf nur zehn registrierte Hunde. Die Rasse wurde von der englischen Züchterin Joy Freer vor dem Aussterben gerettet, und alle modernen Sussex-Spaniels stammen von ihrem Bestand ab. Heute wird sie von allen großen Kennelclubs anerkannt, einschließlich des American Kennel Club, der sie 1884 in sein Zuchtbuch aufnahm. 2009 gewann ein Sussex-Spaniel namens Stump die Best-in-Show-Auszeichnung auf der Westminster Kennel Club Dog Show und wurde damit der älteste Hund, der diesen Titel mit 10 Jahren je gewann.